Montag, 28. März 2005
Märchenstunde mit eigensinnigem Kind
Bei freundlichem Wetter Backwerk und Teegebräu im Sackerl verstaut und
auf an den großen Fluss, Schiffe kucken und brummelnde Hummeln fangen.
In den zart rosa schlüpfenden Kirschbäumen rumort es wie beim Imker zu
Besuch, und die Kassen beim Fleischermeister frohlocken ein
Hurra-der-Frühling-ist-da in Digitalschrift. Die Ohren lauschen schon
dem Märchenbuch, doch gar nicht frühlingshaft sind die Grimmschen
Texte und passen nicht so recht zum sprießenden Grashalm:
Es war einmal ein Kind eigensinnig und tat nicht, was seine Mutter
haben wollte. Darum hatte der liebe Gott kein Wohlgefallen an ihm und
ließ es krank werden, und kein Arzt konnte ihm helfen, und in kurzem
lag es auf dem Totenbettchen. Mag mans's seinem Kindchen auch
nicht vorlesen, so ist's doch eine lehrreiche und schöne Sprache, die Grimmsche
(Jacob war übrigens kurfürstlicher Bibliothekar). Für die
technologische Avantgarde gibts die natürlich auch bei
Gutenberg.
um 23:35 in /schrift [#]
Nebelmaschine
... heißt die frische Platte von Funny van Dannen. Die frühzeitige
Enttäuschung über längst bekannte Schrammelakkorde und lustigem
Pfeifen wurde nach dreitägiger Rotation im CD-Spieler von wieder
einmal großartiger Poesie überrumpelt. Irgendwie schafft er es immer
wieder auf der Umgehungsstraße abseits von musikalischer Innovation
direkt in mein Herz:
Die Zeit kriegt keine Kinder /
sie kann keine Kriege führen /
die Zeit kann nichts gewinnen, /
Sie kann keine Zeit verlieren.
Die Zeit bricht keine Herzen /
sie kann den Sinn nicht sehen /
Die Zeit kann fast überhaupt nichts /
die Zeit kann nur vergehen.
um 23:35 in /rest [#]
Bibliothekartag-Server: eine Erwähnung wert
Der längst überfällige Versuch, den Output der bibliothekszünftigen
Zusammenkunft effektiver als bisher (nämlich online) zu
archivieren: auf einem OPUS-Server.
um 23:33 in /biblio [#]
