Freitag, 30. Juli 2004
Elektroakustikarchiv und Klangkunst
Neulich war ich in Karlsruhe und habe allerhand erfahren. Zum Beispiel über
Klänge.
Das Internationale digitale elektroakustische Musikarchiv (IDEAMA) mit
Hauptsitz in Karlsruhe (Zentrum für Kunst- und
Medientechnologie) hat die Aufgabe, weltweit die wichtigsten
frühen Werke der elektroakustischen Musik vor dem Verfall zu bewahren, zu
sammeln, zu erschließen und öffentlich zugänglich zu machen, indem sie auf ein
digitales Medium übertragen wurden (siehe Info der
ZKM-Mediathek). Anhören kann man sie sich leider nur vor Ort.
Hören kann man aber z.B. eine Soundperformance mit multikanalen
Radiofrequenzen von Thom Kubli und Sven Mann unter dem Titel
Deterritoriale Schlingen im Rahmen des Kölner Klangkunst-Festivals, welches leider
morgen schon wieder vorbei ist. Dafür dürfen in den Stadtgarten am 31.07.2004
um 20.30 Uhr eigene Radiogeräte mitgeschleppt werden.
Und was ist jetzt die Verbindung? Diese: Ebenfalls in Köln drückt das
australische Elektronik-Duo MINIT auf die Tasten, um "selten bis
ungehörte Musik" da herauszulocken (am 15.08. im MTC). Und die haben
schon neulich im ZKM gefrickelt (lt. Auskunft eines echten Bibliothekars!).
Interessante Installationen und Performances rund um Klänge verspricht auch
die Ostseebiennale (Sonoric Atmospheres) an Meck-Pomms Küste, zum
Beispiel klingende Koffer. Noch bis 5. September. Leider gibts ohne
Flash-Player keine Infos, daher hier nur die Adresse, zur Strafe unverlinkt:
www.ostseebiennale.de.
Damit jetzt aber genug Veranstaltungskalender. Außerdem wohnt ja eh niemand
von euch Lesern in Köln, oder? (Ich übrigens auch nicht).
um 21:07 in /biblio [#]
Gefahr aus der Nano-Welt
Die britische Royal Society and Royal Academy of Engineering empfiehlt
Vorsicht im Umgang mit allzu sorglosem Herumforschen an der Nanotechnologie
(die populäre Sicht: klitzekleine Heil-Roboter im Blutkreislauf,
beispielsweise).
Natürlich umso schwieriger, wenn niemand weiß, was das genau ist: Market
research conducted during the course of the study indicated that only 29% of
the UK population had heard of nanotechnology.
(gefunden über Gero von Randows Blog Megawatt).
um 20:57 in /tech [#]
Sonntag, 18. Juli 2004
Rembetiko (Wissenslücken, II)
Das einfache Lied des griechischen städtischen Subproletariats, der Ungebildeten, der
Leidenden und Liebenden: das Rembetiko. Im Zeitraum Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 50er
Jahre des 20. Jahrhunderts sind die Rembetika die begleitenden Weisen der
Illegalen, Kiffer, Junkies, Kriminellen, Verstoßenen. Musikalische Quellen
sind Dimotiki, byzantinische Kirchenmusik, klassische türkische Volksmusik,
Balkan, griechische Volkssagen.
Seit der Zeit, als ich begann meine Dosis zu rauchen / hat mich die Welt
verleugnet, ich weiß weder ein noch aus / Egal wo ich auch hingehe und stehe,
macht man mich an / die Welt hört nicht auf, mich Junkie zu nennen / und das
drück mir auf der Seele / Erst schnupfte ich, dann kam die Nadel / und mein
Körper begann sich langsam aufzulösen / Oh! Hast du mich fertig gemacht Preza!
/
Nichts bleibt mir auf der Welt mehr noch zu tun / nachdem mich die Preza auf
der Straße sterben lässt.
Anestis Delias: O Ponos tu Prezakia (Der Schmerz des Junkie), 1936
(Quelle: Rembetika: Songs of the Greek Underground, 1925 - 1947, Trikont
2001, 2-CD)
um 12:19 in /rest [#]
Donnerstag, 08. Juli 2004
Funken mit selbstgebastelten Antennen
Um das Frequenzspektrum nicht den kommerziellen Telekommunikationsanbietern
abzutreten und den öffentlichen Raum wiederzuerobern, bemühen sich einige
Netzwerker um den Aufbau eigener, privater Netze. Die WLAN-Technologie ist
dabei ein wichtiges Instrument. So funktionieren solche Netzverbünde nach dem
Maschenprinzip bereits in einigen Ballungsräumen, aber auch in kleinen
Gemeinden -- entscheidend ist die Dichte der Funkstationen. Und besitzt dabei
noch jemand Zugriff auf das WWW, können sich die Teilnehmer dort dranhängen.
In Deutschland gibt es bisher nur kleine, aber engagierte Communities.
Informationen dazu z.B. unter Freifunk.net. Eine gute Einführung bietet
Armin Medoschs Buch "Freie Netze", erschienen im Telepolis Verlag 2004 und
kürzlich auch online unter CC-Lizenz erschienen.
um 22:48 in /tech [#]
B-Feeds: Web Feeds for Books and Monographs
Gerry McKiernan weist auf seine neue Zusammenstellung von RSS-Feeds zu den
Themenbereichen compilations, directories, lists, or reviews for academic
or scholarly books or monographic works hin. Seine bisherigen Links
können hier
abgerufen werden.
um 22:41 in /literatur [#]
Dienstag, 06. Juli 2004
Wissensklau durch USB-Sticks
Vorsicht, wenn der Controller wieder mal vorbeischaut. Vielleicht hat er
auch den Bericht der Gartner-Group gelesen, nach dem alle portable Technologie
die Firmengeheimnisse immens in Gefahr bringt. Schließlich bringt heute schon
jedes neuere Handy James-Bond-Funktionalität mit.
"Businesses must ensure that the right procedures and technologies are
adopted to securely manage the use of portable storage devices like USB
keychain drives. This will help to limit damage from malicious code, loss of
proprietary information or intellectual property, and consequent lawsuits
and loss of reputation," the report stated.
berichtet BoingBoing
und empfiehlt gleich konsequent die Enthauptung aller Ex-Mitarbeiter.
um 23:54 in /tech [#]
Samstag, 03. Juli 2004
Foto-Blog (gänzlich unbibliothekarisch)
Wer sich für schnappschusshafte Alltagsausschnitte interessiert, darf auch
gerne mal beim Sonntags-Foto
auf diesem Server vorbeischauen. Es gibt keinen Feed, dafür eine Creative-Commons-Lizenz
(non-commercial, share-alike). Get creative!
um 08:26 in /rest [#]
Virtuelle Referenz, wohin gehst du?
To chat or not to chat, Taking Another Look at Virtual Reference,
unter diesem Titel fassen S. Coffman und L. Arret in der neuen
Ausgabe des Searcher die bibliothekarischen Online-Reference-Bemühungen
zusammen.
It is difficult for us librarians not to feel a certain sense of smugness
watching the demise of those who had sought to replace us on the Web.
um 08:08 in /biblio [#]
Donnerstag, 01. Juli 2004
Küsse mich Mädchen, denn ich verdiene es
...sprach, oder besser schrieb der gute Heinrich von Kleist (welcher mir
geographisch in gewisser Weise vertraut ist...). Gute Vorlage für
selbstbewusste Mitteilungen an vertraute Personen.
Den schönen Text entnehme ich einem weiteren Brief (hier
bereits einmal erwähnt), und dankenswerterweise hingewiesen durch einen
Eintrag im Netbib
Weblog:
Mädchen! Wie glücklich wirst Du sein! Und ich! Wie wirst Du an meinem
Halse
weinen, heiße innige Freudentränen! Wie wirst Du mir mit Deiner ganzen
Seele danken! - Doch still! Noch ist nichts ganz entschieden, aber - der
Würfel liegt, und, wenn ich recht sehe, wenn nicht alles mich täuscht, so
stehen die Augen gut. Sei ruhig. In wenigen Tagen kommt ein froher Brief an
Dich, ein Brief, Wilhelmine, der - - Doch ich soll ja nicht reden, und so
will ich denn noch schweigen auf diese wenigen Tage. Nur diese gewisse
Nachricht will ich Dir mitteilen: ich gehe von hier nicht weiter nach
Straßburg, sondern bleibe in Würzburg. Eher als Du glaubst, bin ich wieder
bei Dir in Frankfurt. Küsse mich, Mädchen, denn ich verdiene es.
Quelle
um 22:48 in /literatur [#]
Literaturtausch im Cafe
Im Kölner Literaturcafe Goldmund fand am 24. Juni ein erster Büchertausch
statt. Ein weiterer ist in Planung, also Schmöker aus dem Regal und
losgetauscht. Ausschau halten nach dem nächsten Termin auf der Goldmund-Webseite.
um 22:38 in /literatur [#]
Pause von der Pause
Hallo Leser, der Auszeit ist Genüge getan, ab sofort gibt es wieder Einträge
hier im Blog. Unregelmäßig und spontan bleiben sie trotzdem, hehe.
um 22:38 in /meta [#]